Biographie Edith und Ernst Husa

Edith Gottfrieda Therese Husa

Begleittext anlässlich der Ausstellung im Looshaus (Wien/Hietzing)

Geboren (wie Adolf Loos) in der mährischen Metropole Brünn – jedoch aufgewachsen in Wien

– neben dem beruflichen Werdegang (zuletzt als Programmiererin) nahm sie, einem inneren Bedürfnis folgend, Malunterricht bei Prof. K. Hoffmann. Um noch tiefer in das Wesen der Kunst einzudringen, nützte sie jede Gelegenheit, die sich ihr bot. Unter anderem belegte sie Abendkurse an der Akademie am Schillerplatz. – Nach ihrer Heirat gab sie ihren „bürgerlichen“ Beruf auf und konzentriert sich rein auf ihr künstlerisches Schaffen

– mit Gleichgesinnten beteiligte sie sich der Gründung der Gruppe „Mosaik“

egths vielschichtiges Œuvre kreist stets um das menschliche Dasein. Beharrlich sucht sie nach „Lösungen“ für Fragen, die des Menschen „Freiheit“ anzweifeln. Manches erscheint dabei auf den ersten Blick vielleicht widersprüchlich, aber das liegt wohl daran, dass ihre Freude am Experiment stets neue „Einsichten“ provoziert. Den ins Werk transformierten Dialog mit sich und der Welt thematisierte sie schon früh auf eine Weise, die unwillkürlich an die Ästhetik von Wabi-sabi erinnert.

DER W E S E N H A F T E R E I Z DES FLÜCHTIGEN IST DER H A U C H DES E W I G E N

egths innere Verwandtschaft mit der aus Japan stammenden Philosophie des Wabi-sabi kommt zweifellos von einem tieferen Verständnis über das Wesen der Dinge, die uns umgeben. Ihrgeht es vor allem um die Begegnung mit einer umfassenderen und dauerhaften Wirklichkeit hinter dem flüchtigen Erscheinungsbild. Auf eine zunächst diagnostisch angelegte Weise sucht sie, die im Menschen angelegten inneren Bilder zum „Klingen“ zubringen und erreicht damit zuweilen therapeutische Wirkungen. Im Begleittext anlässlich ihrer Frühjahrsausstellung 2006 war zu lesen: Ihr Ziel ist nicht, wie vielerorts, akribisch nachzuweisen wie krank wir alle sind, sondern herauszufinden, was uns daran hindert, dem „Pfad zur Gesundung“ nachzuspüren. Ihre Werke regen dazu an, sich über die alltägliche Geschäftigkeit zu erheben, und die heute oft verschüttete Sehnsucht nach höheren Werten zu wecken. Wabi verweist auf einen solchen „geistigen Pfad“, sabi meint (unter anderem):mittels möglichst einfachen Dingen dem Betrachter ein ästhetische Ideal begreifbar machen. Leonard Koren beschreibt das in Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer treffend:Wie homöopathische Medizin wird das Wesen des Wabi-sabi in kleinen Mengen verabreicht. Wenn die Dosis abnimmt, erhöht sich die Wirkung und wird stärker. Je mehr sich Dinge dem Nichts nähern, desto vollkommener und intensiver werden sie. Infolgedessen bedeutet das Erleben von Wabi-sabi, daß (!) man seinen Schritt verlangsamen, geduldig sein und sehr genau hinsehen muß(!).

Bei Adolf Loos finden sich ähnliche, dem Einfachen nachspürende Ideen. Für heutige Begriffe wirken seine Gebäude – besonders äußerlich – unspektakulär. Erst das „Innenleben“ eröffnet einem seine geniale Raumnutzung. Mit Loos verbindet eght auch das „Kratzen“ an hierzulande überkommenen Ansichten. Ihr Anliegen ist es genauso, irrige Vorstellungen zu entzaubern – dafür die wohltuenden Wirkungen der (im Menschen angelegte) Wahrheit zu entdecken – inspiriert von der prophetischen Verheißung: „(Ihr) werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Jh 8: 32)“.

Ganz im Sinne der Philosophie des Wabi-sabi hält sie stetig Ausschau nach thematisch interessanten Versatzstücken, an denen andere meist achtlos „darüber hinwegsehen“, seien es Fotos oder gedruckte Abbildungen; manchmal sind es auch nur Materialien wie Stoff-Fetzen, unscheinbare Holz- oder Kunststoffreste und ähnliches mehr; oder einfach aus dem Zusammenhang gerissene Worte. Die aufgespürten Versatzstücke gebraucht sie aber nur, wenn daraus neue Aussagen erreichbar scheinen (ganz im Sinne von Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile), ansonst werden sie übermalt, manchmal auch wieder aus dem Bild = Konzept „herausgerissen“. Wird sie also fündig beginnt das Schürfen, um unter der Oberfläche die latenten „Realitäten“ aufzuspüren, und sie prozesshaft mittels künstlerischer Gestaltung sichtbar zu machen.

Ausstellungen:

1977 Beteiligung an einer Ausstellung im Gemeinschaftsatelier von „Mosaik“

1978 Gemeinschaftsausstellung von „Mosaik“ im Bezirksmuseum Wien-Meidling

1979 Beteiligung an der Ersten Wiener Straßengalerie am Spittelberg

1979 Beteiligung am Weihnachtsbazar in der Meidlinger Fußgängerzone

1984 Gemeinschaftsausstellung von „Mosaik“ in der Stadtgalerie Leibnitz

1992 Beteiligung an der Ausstellung „Mensch und Umwelt im „Kunstgang“ in Wien

1994 Gruppenausstellung von „Mosaik“ im Karl-Weigl-Bildungshaus in Mödling

1995 Ausstellung mit Ernst Leopold Husa im Palais Wittgenstein, Wien-Landstraße

1996 Jubiläumsausstellung 20 Jahre Künstlergruppe „Mosaik“ im Palais Palffy

1997 Spontane Exhibition mit E. L. H. – anl. eines Events am Mönchsberg in Salzburg

1998 Ausstellung in einem Gewölbe der alten Bäckerhäuser von Schönbrunn

2000 Ausstellung mit E. L. H. in der Galerie „workart“ in Graz

2001Im Diözesanmuseum in Wien

2001 In der Ruprechtskirche (älteste Kirche der Stadt) in Wien

2002 Lange Nacht der Musik: Beteiligung mit Objektkunst in der Ruprechtskirche

2003 „Lust auf Kunst“ bei GYIMI, Wien

2004 Mit E.L. H. in Neuhofen an der Krems „Medizin und Kunst“

2004 Im Rahmen von Globart in Pernegg

2004 FROM A BLADE OF GRASS TO A STAR,im Clubraum „Amerikan Women“, in Wien

2005 Mit Inge Rodemund und E. L. H., Palais Berchthold, Wien-Alsergrund

2006 Jesuiten-Foyer in Wien-Innere Stadt

2006 Mit E. L. H., PV- Gentzgasse in Wien-Währing

2006 Looshaus in der Werkbundsiedlung, Wien-Hietzing

2009 Mit E. L. H. in Neuhofen a/d Krems in der Galerie „Medizin und Kunst“

Ernst Leopold Husa

In Oberndorf an der Melk, Gemeinde Gries, Perwarth 2, NÖ geboren, aufgewachsen in Wien. Neben der vierjährigen Ausbildung als Lichtdruck-Retuscheur, Besuch der Wr. Kunstschule (5 Semester) und Mitglied einer Ateliergemeinschaft unter der Leitung von Prof. Robert Schmitt. Danach mehrere Berufswechsel, zuletzt Ausbildung zum Dipl. Päd. und bis zur Pensionierung 2007, Lehrer an der Höheren Graphischen Bundes- Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. In Wien aufgewachsen zu sein, kann viel bedeuten, aber auch gar nichts. Es kommt auf jene Leistungen an, die Menschen letztlich zu besseren Einsichten in ihr Wesen verhelfen. Und das kann auf die unterschiedlichste Weise geschehen. Sicher ist, dass Menschen, denen man sich verbunden fühlt, einen nachhaltig prägen. Von Jean Paul Satre stammt der Ausspruch: „... der Mensch ist nichts anderes als das, was er aus sich macht." Die Frage ist jedoch, ob es die Umgebung auch zulässt? (Ein vielleicht vernachlässigbarer Einwand). Dennoch: In diesem Spannungsfeld lebt und arbeitet der Mensch. Einem Maler könnten solche Ansichten völlig egal sein. Zumindest tun etliche aus der Zunft so – sie glauben tatsächlich unabhängig von allen Einflüssen zu sein. Ihrer Meinung braucht ein Künstler im Grunde niemanden, wenn er arbeitet. Rembrandt schuf einige seiner besten Arbeiten, als er schon vergessen von der Amsterdamer Gesellschaft sein Dasein fristete. Paul Gauguin kehrte der Gesellschaft in Europa bewusst den Rücken und suchte auf Tahiti das wahre „Antlitz“ des Menschen. Aber vor der eigenen Erfahrung kann man nicht entfliehen – man kann sie allerdings durch neue Erkenntnisse in einem anderen Licht sehen, wodurch sich die anhaftenden, falschen Schatten im günstigen Fall in „nichts“ auflösen.

Wie wird man dem Bild eines Menschen am besten gerecht? Sind es die persönlichen Daten, die einen Menschen ausmachen? Künstler sind in der Regel keine weltabgewandten Eremiten und reagieren daher höchst sensibel auf ihre Umwelt, aber auf der Suche nach bleibenden Werten verlassen sie gerne die markierten Wege und wenden ihren Blick beherzt hin zu unberührten Horizonten.Mit solchen tiefer gehenden Aktivitäten schaffen sie sich in gewisser Weise ein plausibles Spiegelbild jener geheimnisumwitterten Eigenschaften der Natur und damit auch des Menschen. Deshalb sehen viele KünstlerInnen in ihrer Arbeit eine phantastische Möglichkeit, sich mit der „unbegreiflichen“ Wirklichkeit auseinanderzusetzen.Diese Möglichkeiten motivieren zu immer neuen künstlerischen Arbeiten.

Ausstellungen:

1966 Galerie Autodidakt (Wien-Operngasse)

1966 Mit Rudolf Janisch in der Galerie in der Blutgasse (Wien-Innere Stadt)

1977 Beteiligung an einer Ausstellung im Verlagshaus Elbemühl

1978 Beteiligung an einer Ausstellung im Gemeinschaftsatelier von „Mosaik“

1979 „Mensch – Umwelt“ v. „Mosaik“ in Wien, Bezirksmuseum Meidling

1979 Beteiligung am Weihnachtsbazar in der Meidlinger Fußgängerzone

1983 Beteiligung an der Weihnachtsausstellung im Verlagshaus Elbemühl

1984 Gemeinschaftsausstellung von „Mosaik“ in der Stadtgalerie Leibnitz

1985 Galerie in der Seidengasse

1989 Beteiligung an einer Ausstellung im Verlagshaus Elbemühl

1990 Leitung eines Kunstseminars in Linz

1992 Beteiligung an der Ausstellung „Mensch und Umwelt im „Kunstgang“ in Wien

1992 Sonderausstellung im Clubhaus des „Dschungeldorfs“ in Greifenstein

1994 Gruppenausstellung von „Mosaik“ im Karl-Weigl-Bildungshaus in Mödling

1994 Gestaltung des DUP-Kalenders

1995 Ausstellung mit Edith Husa im Palais Wittgenstein

1996 Jubiläumsausstellung 20 Jahre Künstlergruppe „Mosaik“ im Palais Palffy

1997 Exhibition mit egth – anlässlich eines Events am Mönchsberg in Salzburg

2000 Ausstellung mit egth in der Galerie „workart“ in Graz

2004 Mit egth bei „Medizin und Kunst“ in Neuhofen an der Krems bei Linz

2005 Mit Inge Rodemund und egth, Palais Berchthold in Wien

2006 Mit egth in Wien, PV- Gentzgasse

2009 Mit egth bei „Medizin und Kunst“ in Neuhofen an der Krems bei Linz

2010 – 2011 Verfassung des Textes und Herstellung v. „Das ist Kunst, isn’t it?